Leberreinigung nach Anthony William – 9 Tage Entgiftung

Warum tue ich es mir an?

Manchmal kenn ich die Antwort selber nicht. Im Januar habe ich  einfach immer das Bedürfnis etwas zu reinigen, zu resetten. Diesmal meine Leber.

Aufmerksam wurde auf diese Kur, weil sie durch die Leber die Verbesserung der hormonellen Situation versprach. Und meine Hormone haben mich in den letzten 2 Wintermonaten richtig im Griff gehabt.

Was hat die Leber mit meinen weiblichen Hormonen zu tun?

Die Leber ist auch für den Abbau der Hormone zuständig. Vor allem vom Östrogen und Testosteron. Ist sie zu sehr mit anderen Entgiftungsaufgaben beschäftigt wegen zu viel Zucker, Fette, Alkohol auf deinem Speiseplan, kann sie nur ungenügend diese Aufgabe erledigen. Die Folge kann ein Hormonüberschuss sein. Eine sog. Östrogendominanz.

Wie äußert sich Östrogendominanz in deinem Zyklus?

Es können verschiedene, teilweise sehr unangenehme Symptome auftreten wie Reizbarkeit, verstärkter PMS, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Brustschmerzen, Kopfschmerzen. Du bist dann im schlimmsten Fall 14 Tage neben der Spur, deine Zündschnur ist äußerst kurz, bereits Kleinigkeiten bringen dich zum Wutanfall oder zum Heulen. Du verstehst die Welt nicht mehr aber glaube mir, die Welt versteht dich auch nicht! Woher sollen deine Mitmenschen wissen, dass du eigentlich gar nicht so eine Wuthexe bist, das sind nur deine überschüssigen Hormone! Du erkennst dich in dieser Phase selber nicht mehr.  Es ist sehr anstrengend den Alltag und Soziales in so einem Zustand zu erleben.

Meine Erfahrungen

Ich habe von diesen Symptomen in den letzten Monaten nichts ausgelassen. Ich sehnte mich nach so viel Genuss von Glühwein, Keksen und deftigem Essen auch nach einer Pause und war total gespannt auf die Leberreinigungskur.

Ich denke normales Fasten hätte es auch getan aber ich kann aber nicht fasten! Ich habe bereits alles ausprobiert, von Heilfasten, Smoothie fasten bis zur ayurvedischen Fastenkur: spätestens am 3. Tage bekomme ich solche Rückenschmerzen, dass ich nicht einmal schlafen kann. Für mich ein Grund zum Aufgeben, denn ich habe sonst nie Rückenschmerzen! Solche schon mal gar nicht! Vergleichbar mit Kinderkriegen!

Ich fand es sehr beruhigend, dass man nach den Vorgaben von Anthony William in seiner Kur gegessen werden durfte. Zwar nur bestimmte Sachen aber das Hungern war um die Nebennieren zu schonen, absolut verboten.

Die Kur bestand aus 9 Tagen, jeweils alle 3 Tage trat eine neue Phase mit anderen Lebensmitteln ein. Tatsächlich landete nur Gemüse und Obst ( Apfel) auf dem Teller. Apfelmus wurde auch als leberheilend angepriesen und durfte nach Bedarf gegessen werde. Das hatte mich sehr gefreut!

Wie immer

Bekam mir diese komplett basische Ernährung auch nicht und meine gefürchteten Rückenschmerzen waren da. Pünktlich am 3. Tag! Ich hatte aber meinen Hormonhaushalt vor Augen und wollte nicht einfach aufgeben.

Bis jetzt konnte mir niemand eine Antwort darauf geben, warum ich diese Schmerzen bekomme. Am wahrscheinlichsten ist, dass durch den veränderten Stoffwechsel vermehrt Ketonsäuren freigesetzt werden, dadurch steigt die Konzentration von Harnsäure im Blut. In machen Fällen kann die Harnsäure in den Muskeln solche Schmerzen verursachen. Leider gehöre ich zu diesen manchen Fällen. Die Schmerzen waren allerdings noch nicht so schlimm, dass ich nicht schlafen konnte, darum habe ich der Kur noch eine Chance geben können: Massage!

Ich habe einen Termin zur Thai Massage bekommen können. Die hat mir zwar sehr geholfen, tat aber Hölle weh und am nächsten Tag war mein Rücken grün und blau…..ABER: sie hatte anscheinend diese Stoffwechselendprodukte mobilisieren können, so dass die Schmerzen tatsächlich abgeklungen sind.

Die Ernährung

Ich bin hart im Nehmen und esse tatsächlich alles. Dass ich Salat und viel Grünes aufnehme, war nichts Neues. Die täglichen Äpfel waren auch eine wohlschmeckende Abwechslung. Ohne Brot zu leben, gehört zu dieser Kur und daran gewöhnte ich mich auch schnell.  Mir schmeckte sogar der Selleriesaft, den ich ab dem 4. Tag trinken musste. Hunger hatte ich keinen. Aber: so was Eintöniges! Das hat mir zu schaffen gemacht! Immer nur Salat mit gedünsteten Spargel oder Rosenkohl. Irgendwann, obwohl es nur 5 Tage mit den Zutaten waren, hatte ich nicht mehr so viel Freude beim Essen. Mir haben warme Speisen und Abwechslung gefehlt!

Eines weiß ich sicher: niemals werde ich aus freier Wille Rohköstlerin werden. Die Spinat- Rohkostsuppe, die am 7. Tage als Abwechslung in den Speiseplan trat, war so entsetzlich, dass ich doch lieber den eintönigen Salat gegessen habe. Die Suppe konnte ich wegen des auftretenden Würgereizes nicht runterkriegen. So etwas ist mir auch noch nie passiert!

Am letzten Tag sollten nur Säfte getrunken werden. Ehrlich, ich wollte aufgeben. Ich hatte zwar keinen Hunger aber mir war kalt. Alleine der Gedanke an die kalten Säfte haben mir zu schaffen gemacht. Ich entschied mich anstatt Aufgeben für meine Variante des Abschlusses: Säfte leicht erwärmt. Ich weiß, dass Enzyme durch Hitze zerstört werden, aber das leichte Erwärmen schaffen sie schon. Außerdem wollte ich nicht leiden. Ich wollte nur noch durch sein!

Mein Fazit

Haben sich diese 9 Tage für mich gelohnt?

Ich fühle mich leichter, beschwingter. Mein Gehirnnebel ist weg. Ich kann klarer denken, ich fühle mich stabiler. Ich habe Gewicht verloren, in Form von Wasser 😉, ich fühle mich rein und resettet. Mir geht es gut. Mein Zyklus verläuft unauffällig, ich bin zufrieden.

Ich kann zwar keine vorher-nachher Werte präsentieren, ihr müsst euch auf meine subjektive Wahrnehmung verlassen, dennoch finde ich gut, dass ich meiner Leber diese Kur gegönnt habe. Die Leber ist das Organ, welches sich so leicht regenerieren kann, warum dann nicht so eine „lastenfreie“ Auszeit, damit sie wieder in guter Verfassung wieder arbeiten kann.

Würde ich diese Kur wiederholen?

Man könnte alle 3 Monate so eine Kur machen. Ich übertreibe ungerne. Ich werde diese Kur frühestens nächsten Januar wiederholen. Ich bin stolz auf mich, denn ich habe die 9 Tage durchgehalten aber ich sehe die Notwendigkeit im Moment nicht. Vielleicht ist es mir dafür auch nur einfach zu kalt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.